Eine intensive Phase geht weiter. Nach einer harten Woche in der Institutsbibliothek gab es am Wochenende Einiges zu feiern. Evelyne, eine Französin, hatte Geburtstag und uns dazu am Freitag eingeladen. In mehreren Sprachen haben wir ihr Ständchen gesungen. Als gegen Mitternacht die Polizei zu unserer Party dazustieß, ging es weiter in die Stadt, natürlich ins Lubudubu, für einige bis zum Morgengrauen, für andere bis zum späten Vormittag. Das passiert, wenn man in der Straßenbahn einschläft und stundenlang die Stadt auf und ab fährt... Das scheint ein Klassiker geworden zu sein. Immerhin lernt man so Außenbezirke der Stadt kennen, wo man sonst nie hingehen würde. Wozu braucht man eigentlich eine Wohnung, wenn man ein Monatsticket für die Straßenbahn hat?!
Am Samstag war Karaoke angesagt. Eine Legende, wie Sanne und Wolfgang Back Street Boys sangen. Und ein holländischer Freund von Sanne und ich waren Ken und Barbie. Der Abend ging viel zu schnell vorbei und als wir – wiedermal die letzten Gäste – auf der Straße standen und uns überlegten, in welche Richtung wir gehen, wo wir frühstücken und dabei „turn around“ trällerten, wurden wir jäh unterbrochen durch einen kräftigen, wohlgezielten Wassererguss. Ein Anwohner aus dem zweiten Stock fand unsere morgendlichen Beratungen wohl nicht sehr lustig. Naja, we got the message und machten uns, teilweise ziemlich nass, auf den Weg, in verschiedene Richtungen.
Der Anlass für das sonntägliche Feiern war, ist und bleibt traurig. Sanne, einer meiner Lieblingsholländer, verlässt Krakau und es war sein letzter Abend. Krakau wird – für mich zumindest – an Qualität verlieren, wenn Sanne weg ist. Wir werden dich vermissen, Masterf*****! Unser eigentlich sehr internationaler Tisch im Alchemia, einer urigen Kneipe in Kazimierz, wurde emotional. Es gab mad dogs, oder verrückte Hunde, Polens Nationalgetränk (Rezept auf Wunsch erhältlich: Anfrage per E-Mail). Nebenbei haben wir fast alle versucht, Holländisch zu lernen. Es gibt einen Laut zwischen „eu“ und „au“, der unglaublich schwer aussprechbar ist. Übrigens wäre jetzt ein guter Zeitpunkt, Holland zu besuchen, denn die meisten Einwohner befinden sich wahrscheinlich im Moment in Krakau – oder Budapest.
Nun geht das Leben in der Instituts-Lounge weiter. Der Arbeit fehlt es noch an Form, aber sie wächst.
Danke für die Aufmerksamkeit!
Verena "Turn Around" Schulze
